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Schifffahrt auch bei extrem niedrigen Pegelständen? Wie Pegelstand und Wassertiefe zusammenhängen

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Version vom 24. August 2026, 06:58 Uhr von Anne Kampker (Diskussion | Beiträge)
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Um die Wassertiefe in Bundeswasserstraßen bestimmen zu können, werden sogenannte Pegel genutzt. An diesen Pegeln kann über die Pegellatte (ähnlich einem fest installierten Zollstock) der aktuelle Wasserspiegel abgelesen werden. Das untere Ende der Pegellatte stellt den sogenannten Pegelnullpunkt dar. Dieser wurde bei der Einrichtung des Pegels (oftmals vor mehr als 100 Jahren) willkürlich gewählt und seitdem beibehalten. Daher wird der aktuelle Wasserspiegel als Wasserstand über dem Pegelnullpunkt angegeben. Als Bezugsniveau für die Höhenangaben dient das sogenannte Normalhöhennull (NHN), welches für sämtliche Höhenangaben in Deutschland verwendet wird und die Höhe über dem Meeresspiegel wiedergibt. Zum Beispiel hat der Pegelnullpunkt des Pegels Neu Darchau bei Elbe-km 536,39 die Höhe 5,658 m ü. NHN.


All diese Zahlen (Wasserspiegel, Pegelnullpunkt, Wasserstand über Pegelnullpunkt) stehen in einem fest definierten Zusammenhang, lassen aber noch nicht auf die Wassertiefe schließen. Da die Flusssohle ständig in Bewegung ist und in ihrer Höhe variiert, kann die Wassertiefe erst mithilfe von Sohlaufnahmen, sogenannten Peilungen, festgestellt werden. Auch diese Daten der Flusssohle haben einen Bezug zum Normalhöhennull, sodass über die Differenz zwischen dem aktuellen Wasserspiegel und der Flusssohle die Wassertiefe bestimmt werden kann. Aufgrund von langfristigen Änderungen der Flusssohle können historische Pegelwerte, also an der Pegellatte abgelesene Werte, nicht immer mit aktuellen Pegelwerten verglichen werden. Während die Flusssohle z. B. abgetragen wurde, bleibt die Pegellatte in ihrer Höhe gleich, sodass bei gleichem Abfluss unterschiedliche Pegelwerte abgelesen werden würden. Daher ist der Abfluss für den historischen Vergleich besser geeignet.


→ Der Wasserstand am Pegel entspricht nicht der Wassertiefe im Fluss.

→ Die Wassertiefe kann nur mithilfe von Sohlaufnahmen ermittelt werden und ist abhängig von dem aktuellen Wasserspiegel und den Umlagerungen an der Flusssohle.

→ Für die historische hydrologische Einordnung z. B. einer Niedrigwasserphase ist der Abfluss besser geeignet als der Wasserstand.


Bild 1: Zusammenhang zwischen Wasserstand, Pegel und Wassertiefe. Wie tief ist ein Fluss wirklich? © BAW