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BAWBrief 2015/04: Eignungs- und Kontrollprüfungen im Rahmen des Deckwerksbaus

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Version vom 29. September 2017, 11:14 Uhr von BAWiki Glossar (Diskussion | Beiträge) (Edited by Wikibot)

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Bei Neu- und Ausbaumaßnahmen im Streckenbereich von Wasserstraßen, in Häfen, Vorhäfen und Liegestellen werden Böschungs- und Sohlensicherungen mit Deckwerken entsprechend den Zusätzlichen Technischen Vertragsbedingungen Wasserbau für Böschungs- und Sohlensicherungen (ZTV-W LB210) erstellt. Hierfür können folgende Arbeitsschritte erforderlich werden:

  • Einbau einer Dichtung aus Naturbeton
  • Einbau eienr Filterlage als kornfilter oder Geotextiler Filter, bei Tondichtung Geotextil als Trennlage
  • Schüttung der Deckschicht aus Wasserbausteinen
  • Verguss der Wasserbausteine mit hydraulisch gebundenem Vergussstoff

Die Arbeitsschritte folgen im Regelfall in einem engen zeitlichen Rahmen aufeinander und beeinflussen sich gegenseitig.

Bei Bauvorhaben der WSV werden immer wieder Defizite bei den vom Hersteller oder vom Auftragnehmer eingereichten Unterlagen, Mängel in der Bauausführung und Qualitätsdefizite der gelieferten Bauprodukte festgestellt. Bild 1 zeigt ein Beispiel für frostgeschädigte Wasserbausteine und Bild 2 ein Beispiel für die mangelhafte Verteilung eines Teilvergusses von Wasserbausteinen. Die Beispiele zeigen die Bedeutung einer guten baubegleitenden Qualitätssicherung. Nachfolgend werden Hinweise hierzu gegeben, wobei besonders auf die baubegleitenden Hilfestellungen durch die BAW eingegangen wird.

Die Elemente der Qualitätssicherung bei der Herstellung von Deckwerken sind Grund-, Eignungs- und Kontrollprüfungen für Bauverfahren, Bauprodukte und Baustoffe, für Bauverfahren zusätzlich die Eigenüberwachung des Auftragnehmers. Die Qualitätssicherung erfolgt bis auf die Grundprüfungen immer baustellenbezogen, d. h. im Rahmen eines konkreten Bauvorhabens. Die BAW ist durch Probenahmen und Verfahrensprüfungen vor Ort und durch Materialprüfungen im Labor eng in die baustellenbezogene Qualitätssicherung seitens der WSV als Auftraggeber eingebunden.

Bild 1: Deckschicht mit lokal frostgeschädigten Wasserbausteinen
Bild 2: Mangelhafte Vergussstoffverteilung bei Teilverguss (Ablagerung des Materials an der Oberfläche der Deckschicht

Es ist anzustreben, dass die jeweiligen Bauabschnitte erst nach Vorliegen einer positiven Eignungs- oder Kontrollprüfung durch- oder fortgeführt werden. Nur so kann der Einsatz ungeeigneter Bauprodukte, Stoffe, Bauteile und ggf. ungeeigneter Bauverfahren und damit auch eine spätere, i. d. R. sehr aufwändige Sanierung vermieden werden. Der zeitliche Ablauf und die gute Koordinierung der Qualitätssicherung für die unterschiedlichen Arbeitsschritte sind deshalb die Grundlage für einen ungestörten Bauablauf.

In der als Anlage beigefügten Tabelle sind die verschiedenen Prozesse der baustellenbezogenen Untersuchungen bei Eignungs- und Kontrollprüfungen unter den Aspekten Probenahme, Termine und Fristen zusammengefasst. Damit sollen den auf der Seite der WSV mit der Baudurchführung betrauten Personen die Koordinierung der Schritte für die Qualitätssicherung im Deckwerksbau erleichtert und die Zusammenhänge der verschiedenen Prozesse untereinander verdeutlicht werden. Es sind auch die jeweiligen Ansprechpartner der BAW aufgeführt. Es empfiehlt sich bereits im Vorfeld der Baumaßnahme rechtzeitig Kontakt mit den Ansprechpartnern aufzunehmen, um technische Details, die Beauftragung der BAW und eine Terminabstimmung bei Baustellenbesuche zu klären.

Details zu den einzelnen Prüfungen können den nachfolgenden Merkblättern und Regelwerken entnommen werden:

ZTV-W
LB 210
Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen – Wasserbau für Böschungs- und Sohlensicherungen (Leistungsbereich 210)
RPG Richtlinien für die Prüfung von Geokunststoffen im Verkehrswasserbau
MAK Merkblatt Anwendung von Kornfiltern an Bundeswasserstraßen
MAG Merkblatt Anwendung von geotextilen Filtern an Wasserstraßen
RPV Richtlinien für die Prüfung von zement- und bitumengebundenen Stoffen zum Verguss von Wasserbausteinen an Wasserstraßen
MAV Merkblatt Anwendung von hydraulisch- und bitumengebundenen Stoffen zum Verguss von Wasserbausteinen an Wasserstraßen
RPW Richtlinien für die Prüfung mineralischer Weichdichtungen
TLG Technische Lieferbedingungen für Geotex- tilien und geotextilverwandte Produkte an Wasserstraßen
TLW Technische Lieferbedingungen für Wasser- bausteine

Bei Ausschreibungen und bei der Bauabwicklung sind vom Auftraggeber häufig auch Unterlagen des Anbieters bzw. Auftragnehmers zu den Baustoffen und Bauverfahren (Leistungserklärungen, Prüfzeugnisse, Grundprüfungen etc.) zu prüfen. Diese Unterlagen sind nicht baustellenspezifisch, sondern im Rahmen der Qualitätssicherung im Vorfeld der Baumaßnahme bzw. vor dem Einbau durch den Bieter, den Auftragnehmer oder den Lieferanten auf der Grundlage von Grundprüfungen oder von Bauproduktennormen bereitzustellen. Für konkrete Fragen hierzu steht die BAW ebenfalls zur Verfügung.

Im Rahmen der Herstellung von Deckwerken sind nach ZTV-W LB 210 Eignungsprüfungen für die Einbauverfahren von Kornfiltern, Geotextilen Filtern, Wasserbausteinen und Tondichtungen vorgesehen. Mit Ausnahme der Eignungsprüfung Verguss werden diese im Regelfall ohne Beteiligung der BAW durchgeführt. Bei Bedarf steht aber auch hier die BAW beratend zur Verfügung.

Ansprechpartner

Dr.-Ing. Jan Kayser Abteilung Geotechnik
Referat Erdbau und Uferschutz (G4)
Telefon: 0721-9726-3100
Telefax: 0721-9726-4830
E-Mail: jan.kayser@baw.de

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